{"id":351,"date":"2024-12-03T03:39:26","date_gmt":"2024-12-03T02:39:26","guid":{"rendered":"https:\/\/herzmedizin.info\/?p=351"},"modified":"2025-02-18T14:31:59","modified_gmt":"2025-02-18T13:31:59","slug":"grosse-kohortenstudie-zum-outcome-von-frauen-nach-herz-ops","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzmedizin.info\/grosse-kohortenstudie-zum-outcome-von-frauen-nach-herz-ops\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfe Kohortenstudie zum Outcome von Frauen nach Herz-OPs"},"content":{"rendered":"\n
Frauen erleiden nach Herzoperationen nicht h\u00e4ufiger Komplikationen als M\u00e4nner, aber sie sterben \u00f6fter daran. Das hat eine Kohortenstudie ergeben, in der die Daten von mehr als 850.000 US-Amerikanern aus dem Pool der staatlichen Medicare-Versicherung ausgewertet wurden.<\/p>\n\n\n\n
Die Sterblichkeit von Frauen nach Herzoperationen liegt innerhalb der ersten 30 Tagen um 26 % h\u00f6her als bei M\u00e4nnern, so das Ergebnis der gro\u00dfen Kohortenstudie. Die Sterberate betrug bei Frauen 4,22 % und bei M\u00e4nnern 3,34 %. Die Daten der insgesamt 863.305 erfassten US-Amerikaner wurden hinsichtlich potenziell relevanter Unterschiede zwischen der weiblichen und der m\u00e4nnlichen Kohorte adjustiert. Es ist also auszuschlie\u00dfen, dass etwa das leicht h\u00f6here Durchschnittsalter der Frauen (74,8 versus 73,4 Jahre) oder Komorbidit\u00e4ten urs\u00e4chlich f\u00fcr die festgestellte h\u00f6here Sterblichkeit sind. Andererseits wurden Frauen h\u00e4ufiger in Kliniken mit nachweislich hoher Expertise operiert, weshalb man eher eine g\u00fcnstige Prognose erwartet h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n
\u201eFailure to Rescue\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n Die weitere Analyse zeigte, dass bei Frauen nicht \u2013 wie man vermuten k\u00f6nnte \u2013 h\u00e4ufiger Komplikationen auftreten. Die Komplikationsraten nach Aortenklappenaustausch, Mitralklappen-OP, Bypass-OP bzw. Operation eines abdominalen Aortenaneurysma waren mit insgesamt 14,98 % bei Frauen und 14,37 % bei M\u00e4nnern ann\u00e4hernd gleich. Unterschiedlich war nicht die Komplikationsrate, sondern vielmehr der Ausgang der Komplikationen. Bei Frauen verliefen Komplikationen in 10,71 % der F\u00e4lle t\u00f6dlich, bei M\u00e4nnern dagegen \u201enur\u201c in 8,58 %. Frauen wurden also seltener gerettet, was in der Studienpublikation als \u201eFailure to Rescue\u201c bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n Warum das so ist, l\u00e4sst sich mit dieser Studie nicht abschlie\u00dfend kl\u00e4ren. Aber die Studie gibt einen interessanten Hinweis: Frauen wurden seltener reoperiert, n\u00e4mlich in 1,81 % der F\u00e4lle im Vergleich zu 2,00 % bei den M\u00e4nnern. Diese Beobachtung passt zu den Ergebnissen anderer Studien, denen zufolge Frauen speziell auch bei akuten kardiologischen Erkrankungen zeitlich verz\u00f6gert versorgt und weniger konsequent behandelt werden.<\/p>\n\n\n\n Quelle: Wagner C et al: Failure to Rescue Female Patients Undergoing High-Risk Surgery. JA<\/em>M<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Frauen erleiden nach Herzoperationen nicht h\u00e4ufiger Komplikationen als M\u00e4nner, aber sie sterben \u00f6fter daran. Das hat eine Kohortenstudie ergeben, in der die Daten von mehr als 850.000 US-Amerikanern aus dem Pool der staatlichen Medicare-Versicherung ausgewertet wurden.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":363,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[29],"class_list":["post-351","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-herz-und-lunge","tag-herz-opskohortenstudie"],"yoast_head":"\n