{"id":942,"date":"2025-03-14T11:10:00","date_gmt":"2025-03-14T10:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/herzmedizin.info\/?p=942"},"modified":"2025-03-14T12:48:45","modified_gmt":"2025-03-14T11:48:45","slug":"medikamentoese-sekundaerpraevention-des-ischaemischenschlaganfalls-bei-kardialen-erkrankungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzmedizin.info\/medikamentoese-sekundaerpraevention-des-ischaemischenschlaganfalls-bei-kardialen-erkrankungen\/","title":{"rendered":"Medikament\u00f6se Sekund\u00e4rpr\u00e4vention des isch\u00e4mischen Schlaganfalls bei kardialen Erkrankungen"},"content":{"rendered":"\n

Der Schlaganfall ist trotz stetiger Fortschritte in der Akutbehandlung mit einer hohen Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t assoziiert, was die Bedeutung der Schlaganfallpr\u00e4vention unterstreicht . Nach der Akuttherapie ist eine station\u00e4r fr\u00fchzeitig einzuleitende Sekund\u00e4rpr\u00e4vention des Schlaganfalls relevant, um das Risiko f\u00fcr einen erneuten Schlaganfall oder andere vaskul\u00e4re Komplikationen zu senken [1, 2]. Im Rahmen dieses Beitrages fokussieren wir auf die medikament\u00f6se Sekund\u00e4rpr\u00e4vention des isch\u00e4mischen Schlaganfalls bei kardialen Erkrankungen unter besonderer Ber\u00fccksichtigung aktueller Leitlinienempfehlungen, die unter Federf\u00fchrung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG) entstanden sind [1\u20134]. Bez\u00fcglich der Sekund\u00e4rpr\u00e4vention bei persistierendem Foramen ovale sei auf den Artikel von Prof. Dr. Sander in dieser Ausgabe verwiesen [4]. Eine pers\u00f6nliche Einsch\u00e4tzung der Datenlage zum Zeitpunkt der Ver\u00f6ffentlichung der derzeit noch nicht aktualisierten S2e-Leitlinienempfehlung wurde in einem \u00dcbersichtsartikel dargestellt [5].<\/p>\n\n\n\n

Vorhofflimmern <\/strong><\/p>\n\n\n\n

Aufgrund des im Mittel etwa 4- bis 5-fach erh\u00f6hten Risikos bei nicht behandeltem Vorhofflimmern einen isch\u00e4mischen Schlaganfall oder eine systemische Embolie zu erleiden, wird f\u00fcr paroxysmales, persistierendes als auch permanentes Vorhofflimmern zur Pr\u00e4vention eine orale Antikoagulation empfohlen, sofern ein zumindest moderates Schlaganfallrisiko vorliegt. Wie die Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC) aus dem Jahr 2024 festh\u00e4lt [6], ist die orale Antikoagulation bei einem CHA2DS2-VA-Score von \u2265 2 Punkten und somit nach einem stattgehabten isch\u00e4mischen Schlaganfall oder einer transienten isch\u00e4mischen Attacke (TIA), die mit 2 Punkten in den Summenscore eingehen, regelhaft indiziert (Klasse I, Level-A-Empfehlung). Relevante Faktoren, die das Schlaganfall(rezidiv)risiko (auch unter oraler Antikoagulation) erh\u00f6hen, sind im CHA2DS2VAScore jedoch nicht abgebildet, wie beispielsweise Malignome, eine chronische Nierenerkrankung, eine Hypercholesterin\u00e4mie, Rauchen sowie die Ethnizit\u00e4t. Nach aktuellen Ergebnissen aus Interventionsstudien zur Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern ist zudem eine differenziertere Sichtweise auf die zeitliche Vorhofflimmerlast und die konsekutive Morbidit\u00e4t als auch Mortalit\u00e4t angezeigt [7]. So ist im Vergleich zu paroxysmalem Vorhofflimmern bei persistierendem oder permanentem Vorhofflimmern von einer h\u00f6heren Schlaganfallrate auszugehen [8], wobei die diesbez\u00fcgliche Datenlage heterogen ist. Ob einer Rhythmuskontrolle bei unl\u00e4ngst detektiertem Vorhofflimmern auch in der Sekund\u00e4rpr\u00e4vention des Schlaganfalls eine Bedeutung zukommt, muss anhand prospektiver randomisierter Studien belegt werden [9]. Inwiefern der Modus und\/ oder der Zeitpunkt der Detektion eines Vorhofflimmerns f\u00fcr das Schlaganfallrisiko relevant ist, ist in prospektiven Studien zu analysieren [10]. Dass das Bestehen eines Vorhofflimmerns auch unabh\u00e4ngig von Schlaganfall-assoziierten Defiziten Einfluss auf die Kognition hat, ist nunmehr anzunehmen [11]. Zur oralen Antikoagulation wird in der Prim\u00e4r- und Sekund\u00e4rpr\u00e4vention bevorzugt ein direktes orales Antikoagulans (DOAK) empfohlen (ESC Guideline 2024) [6], sofern keine mechanische Herzklappe oder ein valvul\u00e4res Vorhofflimmern bestehen, welche mit einem Vitamin- K-Antagonisten (VKA) behandelt werden sollten. Inwiefern die in randomisierten Phase-III-Studien nachgewiesene signifikante Reduktion intrakranieller Blutungen unter DOAK im Vergleich zu dem VKA Warfarin auch im Vergleich zu den in Deutschland \u00fcblichen Phenprocoumon nachweisbar w\u00e4re, ist nicht anhand einer randomisierten Studie belegt. Eine auch diesen Punkt adressierende deutschsprachige S3-Leitlinie zur Therapie des Vorhofflimmerns ist finalisiert (Stand: 01\/2025) und wird in K\u00fcrze ver\u00f6ffentlicht. Der Einsatz einer oralen Antikoagulation in der Prim\u00e4r- und Sekund\u00e4rpr\u00e4vention wird durch das assoziierte Blutungsrisiko und eine eingeschr\u00e4nkte Compliance limitiert [12, 13].<\/p>\n\n\n\nZum vollst\u00e4ndigen Artikel<\/a>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

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