Pharmakologische Reprogrammierung verjüngt Gefäßzellen

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Schematische Darstellung von Blutgefäßen mit roten und weißen Blutkörperchen, die die Gefäßgesundheit symbolisiert.
Quelle: © Dr_Microbe – stock.adobe.com

Die Alterung von Endothelzellen (EC) trägt wesentlich zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei, da sie die Gefäßregeneration und Angiogenese beeinträchtigt. Eine Umkehr dieser zellulären Seneszenz gilt als vielversprechender Ansatz, um die Gefäßfunktion zu verbessern und die Gesundheit im Alter zu fördern.

Neue Strategie: Pharmakologische Reprogrammierung mit Yamanaka-Faktoren

Die im Rahmen des ESC vorgestellte Studie untersuchte eine neuartige, nicht-genetische Methode, bei der die Yamanaka-Faktoren (Oct3/4, Sox2, Klf4, c-Myc) vorübergehend durch einen pharmakologischen Cocktail aktiviert werden. Ziel war es, seneszente ECs zu verjüngen und ihre Funktion wiederherzustellen. Die Wirkung wurde sowohl in Zellkulturen (in vitro) als auch im Mausmodell der Hinterbeinischämie (in vivo) getestet.

Ergebnisse: Verjüngung und Funktionsverbesserung der ECs

Die Behandlung seneszenter ECs führte zu einer deutlichen, aber temporären Aktivierung der Yamanaka-Faktoren und senkte die Expression von Seneszenz-Markern wie p16ink4a, p14arf, TNFα, IL-1b, IL-6 und CD44 signifikant. Gleichzeitig verbesserten sich zentrale Zellfunktionen wie Migration, Proliferation, Sprossung und Röhrenbildung. Auch Telomerlänge und oxidativer Stress wurden positiv beeinflusst. Nicht-seneszente Zellen blieben unbeeinträchtigt.

Langfristig behielten die reprogrammierten ECs ein niedriges Niveau an Seneszenz-Markern und eine gute Migrationsfähigkeit bei. Im Tiermodell zeigte sich bei alten Mäusen nach der Behandlung eine deutlich verbesserte Durchblutung und eine erhöhte Kapillardichte im Muskel. Junge Mäuse profitierten hingegen nicht von der Therapie.

Fazit: Potenzial für neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

Die temporäre pharmakologische Reprogrammierung von Endothelzellen kann die Zellalterung umkehren und die Gefäßregeneration sowohl in vitro als auch in vivo verbessern. Diese Methode bietet einen vielversprechenden Ansatz zur Förderung der Endothelreparatur und zur Behandlung ischämischer Gefäßerkrankungen, insbesondere bei älteren Patienten.

Quelle: Kalies K et al. A novel strategy by pharmacological reprogramming reverses endothelial senescence and improves vascular regeneration. ESC 2025

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