Frauenherzen im Wandel der Forschung

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Quelle: © Sebastian Kaulitzki – Adobe Stock

Geschlechterspezifische Medizin gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere in der Herz-Kreislauf-Medizin, da biologische und soziokulturelle Unterschiede ein Umdenken in Diagnostik und Therapie erfordern. Klassische Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus, Nikotinkonsum und Adipositas sind bei Männern und Frauen gleichermaßen Ursachen für kardiovaskuläre Erkrankungen, die nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland darstellen. Frauen weisen jedoch spezifische Veränderungen auf, die ihr kardiovaskuläres Risiko prägen, insbesondere in der Phase vor und nach der Menopause. Der frühe Eintritt in die Menopause erhöht das Risiko durch Veränderungen von Gewicht, Lipidstatus, Blutdruck und Glukosestoffwechsel.

Hormonelle Einflüsse und Gefäßveränderungen bei Frauen

Der Verlust der arteriellen Gefäßelastizität mit zunehmendem Alter wird bei Frauen durch die peri- und postmenopausale Abnahme von Östrogen zusätzlich negativ beeinflusst. Dies führt zu funktionellen Veränderungen des Endothels und der glatten Muskelzellen, die den Gefäßtonus und die Pulswellenreflexion verändern. Begleitende Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie und Nikotinkonsum treten bei Frauen häufiger auf und verstärken den arteriosklerotischen Prozess. Unterschiede in der Plaquestruktur, wie eine geringere Entzündungsaktivität und eine andere Plaquezusammensetzung, beeinflussen das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse ebenfalls geschlechtsspezifisch.

Unterschiedliche Mechanismen der Arteriosklerose bei Frauen und Männern

Studien zeigen, dass bei Frauen weniger inflammatorische Prozesse zur Progression der arteriosklerotischen Plaque beitragen. Östrogene wirken einerseits schützend und entzündungshemmend, fördern jedoch auch die Expression von Faktoren, die bei Plaque-Erosionen eine Rolle spielen. Bei jungen Frauen ist die Plaque-Erosion der häufigste Mechanismus des akuten Koronarsyndroms, während bei Männern häufiger Plaque-Rupturen auftreten, die mit einer stärkeren Entzündungsaktivität einhergehen. Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Pathophysiologie der Arteriosklerose verdeutlichen die Notwendigkeit einer individualisierten Diagnostik und Therapie.

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