Bei Patienten mit Hochrisiko-OSA (obstruktive Schlafapnoe) reduziert die CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) schwere kardio- und zerebrovaskuläre Ereignisse (MACCE) effektiv. Das zeigt eine aktuelle Meta-Analyse. Bei Patienten mit Niedrigrisiko-OSA hingegen wurde unter CPAP-Behandlung ein Anstieg von MACCE festgestellt.
Drei randomisierte kontrollierte Studien an insgesamt mehr als 3.500 Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe gingen in die Metaanalyse ein. In keiner der drei Studien hatte sich unterm Strich ein Benefit der CPAP-Therapie mit Blick auf das kardio- und zerebrovaskuläre Outcome nachweisen lassen. Deshalb wurde jetzt nach Hoch- und Niedrigrisiko-OSA differenziert. In einem Follow-up von durchschnittlich drei Jahren wurden schwere kardio- und zerebrovaskuläre Ereignisse erfasst. Die Hochrisiko-OSA war definiert durch große Hypoxämielast oder starke Herzfrequenzsteigerung während Apnoe.
Hochrisiko-Patienten profitieren
Patienten mit Hochrisiko-OSA profitierten von der CPAP-Beatmungstherapie: Die Behandlung senkte das MACCE-Risiko um 17 %. Der größte Benefit wurde bei Hochrisiko-Patienten ohne Tagesmüdigkeit beobachtet. Bei dieser Subpopulation wurde die MACCE-Rate um 24 % reduziert.
Bei niedrigem Risiko verschlechtert sich das Outcome
Patienten mit Niedrigrisiko-OSA profitierten dagegen nicht von der Beatmungstherapie. Im Gegenteil: Bei diesen Patienten war unter CPAP ein Anstieg schwerer kardio- und zerebrovaskulärer Ereignisse um 22 % zu verzeichnen. Bei Niedrigrisiko-OSA ohne Tagesmüdigkeit betrug der Anstieg sogar 30 %.
Dieses Ergebnis war überraschend und zwingt dazu, die Indikation für eine CPAP-Beatmung, die derzeit bei obstruktiver Schlafapnoe als Standardtherapie gilt, zu überdenken. Welche Mechanismen den jetzt aufgedeckten ungünstigen Effekten der CPAP bei Niedrigrisiko-OSA zugrunde liegen könnten, ist unklar.
Originalstudie: Azarbarzin A et al. Cardiovascular benefit of continuous positive airway pressure according to high-risk obstructive sleep apnoea: a multi-trial analysis. Eur Heart J 2025
Quelle: herzmedizin vom 20. August 2025