DEGAM-Leitlinie Brustschmerz aktualisiert

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Junge Frau sitzt auf der Couch und hat Atembeschwerden und Herzschmerzen, berührt seine Brust mit der Hand. Atembeschwerden, Brustschmerzen. Herzinfarkt, thorakale Osteochondrose, Panikattacken-Konzept
Quelle: © Yura Yarema – stock.adobe.com

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hat die S3-Leitlnie Brustschmerz aktualisiert. Das Ziel sei, „Über-, Unter- und Fehlversorgung“ abzubauen.

Schmerzen, Ziehen, Brennen und Stechen im Thoraxbereich sind häufig und nicht selten von Angst und Panik begleitet, weil die Betroffenen fürchten, an einer gefährlichen Herzerkrankung zu leiden. Aber oft haben die Beschwerden einen ganz anderen Ursprung. In fast der Hälfte der Fälle sind Brustschmerzen muskuloskelettal bedingt. Auch Magen-Darm-Probleme oder psychische Erkrankungen können dahinter stecken, um nur einige Aspekte der Differenzialdiagnose zu nennen.

Zwischen Unter- und Überversorgung

Die DEGAM-Leitlinie Brustschmerz zielt darauf ab, konkrete Orientierungshilfen zu geben und den Ärzten die Entscheidung zu erleichtern, ob eine weiterführende Diagnostik oder sogar eine Klinikeinweisung erforderlich ist. Hausärzte stehen vor der Herausforderung, eine Unterversorgung ebenso wie ein Überversorgung zu vermeiden, so DEGAM-Präsident Prof. Martin Scherer, Hamburg. Das Handeln in diesem Spannungsfeld durch evidenzbasierte Instrumente sicherer zu machen, sei das Anliegen der DEGAM-Leitlinien. Speziell mit Blick auf kardiologische Fragestellungen bestehe großer Informationsbedarf, denn es finde hierzulande eine massive Überdiagnostik statt, erklärt Scherer und verweist auf das Beispiel der Herzkatheter-Untersuchungen, bei denen Deutschland Spitzenreiter ist.

Herzstück der DEGAM-Leitlinie Brustschmerz ist der Marburger Herzscore, mit dem sich das Risiko für eine koronare Herzerkrankung unkompliziert in der Praxis berechnen lässt. Auch in der Nationalen Versorgungsleitlinie KHK wird der Marburger Herzscore empfohlen. Ein am Marburger Herzscore orientiertes Vorgehen könne wesentlich dazu beitragen, eine unnötige, weiterführende Diagnostik zu vermeiden.

Quelle: Pressemitteilung der DEGAM vom 5. Februar 2025

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