Laut einer Kohortenstudie kann man an der Retina das Schlaganfallrisiko ablesen. Daten von mehr als 45.000 Personen gingen in die Beobachtungsstudie ein und wurden KI-gestützt ausgewertet.
Ähnlichkeiten zwischen den Gefäßen im Augenhintergrund und im Gehirn sind laut den Autoren der Studie die Basis dafür, dass das Gefäßnetz der Retina mit Blick auf das Schlaganfallrisiko als vaskulärer Fingerprint genutzt werden kann. Bisherige Studien in diese Richtung waren widersprüchlich, was auch auf methodische Unschärfen zurückzuführen sein dürfte. Neu an der aktuellen Beobachtungsstudie ist, dass sie Künstliche Intelligenz zur Hilfe nahm, um die Aufnahmen des Augenhintergrunds auszuwerten.
Die Daten von 45.161 Personen in einem mittleren Alter von 55 Jahren wurden erfasst sie stammten aus der UK Biobank. Im Follow-up-Zeitraum von im Mittel 12,5 Jahren erlitten 749 Personen – die gehäuft klassische Risikofaktoren aufwiesen – einen Schlaganfall. Mithilfe des „Retina-based Microvascular Health Assessment Systems“ (RMHAS) suchten die Forscher in Fundusfotografien nach aussagefähigen Gefäßparametern des Retinanetzwerks. Von 118 Parametern seien 29 – nach Adjustierung – sig¬nifikant mit dem Schlaganfallrisiko assoziiert gewesen. Diese Parameter betrafen in erster Linie Dichte und Komplexizität der Netzhautgefäße. Laut den Autoren besaß der vaskuläre Fingerprint mit Blick auf das Schlaganfallrisiko eine vergleichbare Aussagekraft wie klassische Risikoindikatoren.
Quelle: Yusufu M et al: Retinal vascular fingerprints predict incident stroke: findings from the UK Biobank cohort study. Heart 2025. doi: 10.1136/heartjnl-2024-324705