Vorhofflimmern: Welche Rolle spielen Immunzellen?

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Antikörper binden an menschliche Zellrezeptoren
Quelle: © Tatiana Shepeleva – stock.adobe.com

Immunzellen spielen bei Vorhofflimmern offenbar eine wichtige Rolle. Deshalb geht ein hochkarätiges internationales Forscherteam diesem Zusammenhang auf den Grund und wird dabei von der Leducq-Stiftung mit 8 Millionen US-Dollar unterstützt.

„Immune targets for the treatment of atrial fibrillation“ heißt das Forschunsgprojekt, an dem Forscher aus den USA, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland beteiligt sind. Den deutschen Part übernimmt die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo die europäischen Forschungsaktivitäten auch koordiniert werden. Von der renommierten Leducq-Stiftung, die auf innovative Ansätze zur Verbesserung der Herzgesundheit im Rahmen von transatlantischen Projekten fokussiert, wird das Projekt über fünf Jahre mit 8 Millionen US-Dollar gefördert. Ein besseres Verständnis der Pathomechanismen bei Vorhofflimmern gilt vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen als dringendes Forschungsziel. Die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten – Medikamente und Ablation – sind in ihrer Wirkung limitiert und nicht frei von Komplikationen.

Vor allem Makrophagen hat das internationale Forscherteam im Visier. Makrophagen, so vermuten die Wissenschaftler, spielen eine Schlüsselrolle bei Vorhofflimmern und könnten ein ganz neuartiger therapeutischer Ansatzpunkt sein. Für diese Hypothese sprechen frühere Forschungsergebnisse: In einer 2017 publizierten Arbeit hatten die amerikanischen Projektpartner um Matthias Nahrendorf von der Harvard Medical School, Boston, gezeigt, dass Makrophagen in die elektrische Signalweiterleitung im Herzen involviert sind. Und laut einer Publikation aus 2023 treten Makrophagen bei Vorhofflimmern vermehrt auf.

Entzündungen triggern Vorhofflimmern

Makrophagen spielen bei Entzündungen eine wichtige Rolle und können zur vermehrten Bildung von Narbengewebe im Herzen beitragen, wodurch sich das Risiko für Vorhofflimmern erhöht. Weiter ist bekannt, das Entzündungsprozesse etwa im Rahmen von Infektionen Auslöser für Vorhofflimmern sein können. Diese Zusammenhänge habe man bisher nie systematisch untersucht, sagt Prof. Dr. med. Stefan Kääb von Ludwig-Maximilians-Universität München. Diese Wissenslücke soll nun geschlossen werden.


Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) vom 6. Januar 2025

https://dzhk.de/newsroom/aktuelles/news/artikel/immunologische-prozesse-bei-vorhofflimmern-8-millionen-dollar-fuer-erforschung-des-krankheitsmechanismus

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